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Natron: Das Multitalent im Haushalt

Titelbild zum Artikel Was ist Natron?

Natron ist Dir vom Hören-Sagen ein Begriff, aber mehr als ein paar einzelne Fakte kommen nicht zusammen? In diesem Beitrag erfährst Du relevante Infos, die Dir einen guten Überblick zum Thema Backsoda geben. Lehne Dich also jetzt zurück und lasse Dich von unseren Recherchen berieseln.

Was ist Natron?

Natron ist ein basisches Salz (Natriumsalz) der Kohlensäure und zählt zu den Hydrogencarbonaten. Als natürlicher Bestandteil ist es beispielsweise als Mineral Nahcolit in Heilquellwasser und Mineralwasser vorhanden. Bekannt ist es im Alltag als geruchloses weißes Pulver. Es gibt viele Synonyme für diese Salzart. Vielleicht sind Dir auch schon einige andere Bezeichnungen bekannt:

  • Natriumhydrogencarbonat
  • Backsoda
  • Speisesoda
  • Backnatron
  • Speisenatron

Oft verbinden sich Assoziationen zu Produkten auch mit großen Markenherstellern. Daher fallen häufiger ebenfalls die Bezeichnungen Kaiser Natron und Bullrich-Salz. Wie der Name vermuten lässt, ist das Back- und Speisenatron für die Lebensmittelherstellung geeignet und damit ungefährlich. So ist Natronpulver sogar ein Bestandteil des weit verbreiteten Backpulvers und Brausepulvers. Wenn von Natron die Rede ist, bezieht sich das umgangssprachlich auf das ungefährliche Speisenatron.

Aber:
Neben dem Speisesoda gibt es nämlich das Waschsoda. Dieses ist wiederum ein Gefahrenstoff und darf in keinem Fall mit dem Backsoda verwechselt werden. Es wird reizend auf die Schleimhäute und stellt keine Alternative zum Backnatron dar. Dieses Pulver läuft ebenfalls unter folgenden Begriffen:

  • Natroncarbonat
  • Waschsoda
  • Waschnatron

bekannt. Dieses Pulver wird umgangssprachlich Soda genannt.

Die Folgen einer Verwechslung von Natron und Soda sind drastisch. Daher ist beim Kauf des Pulvers ein Blick auf die Verpackung unerlässlich. Unser Vorteil, dass im Supermarkt die Lebens- und Putzmittel nicht gemeinsam in einem Regal präsentiert werden. Solltest Du Dir trotzdem unsicher sein, bist Du mit dem Griff zum Speisenatron immer auf der sicheren Seite. Dieses lässt sich durch die hohen Temperaturen in der Waschmaschine ebenfalls als Waschsoda einsetzen. Der Grund: Ab einer Wärme von 50 Grad wird aus Natriumhydrocarbonat ein Natriumcarbonat. Andersrum funktioniert die Umwandlung jedoch nicht.

Herstellung: So wird Speisenatron produziert

Es ist ein in der Natur sehr seltenes Salz. Daher ist dieses im Regelfall nicht im Supermarkt zu finden. Aufgrund dessen wird das weiße Pulver größtenteils nicht aus natürlichem Kochsalz gewonnen, sondern über einen chemischen Weg hergestellt. Dem sogenannten Soley-Verfahren. Der Name bezieht sich auf den Chemiker Ernest Solay, der diese Herstellung im Jahre 1860 erfand. Bei diesem Ammoniak-Soda-Verfahren wird in natürlichem Kochsalz der Stoff Chlor mithilfe von Karbonat durch Kohlensäure ersetzt. Dabei kommen Kochsalz, Ammoniak, Wasser und Kalk zum Einsatz.

Speisenatron zersetzt sich ab einer Temperatur von 65 Grad in seine Einzelbestandteile. Diese umfassen Soda, Wasser und Kohlendioxid, welche auch in der Natur vorkommen. Damit ist das weiße Pulver extrem umweltfreundlich. Außerdem ist es unfassbar vielseitig und ersetzt besonders im Bereich der Putzmittel unnötige Chemiekeulen.

Anwendungsgebiete: Besonderheiten von Natron

Rundum die Themen Backen und Putzen ist das Pulver in aller Munde. Aber auch in den Bereichen der Körperpflege, Entschlackung und basischer Lebensweise ist das Pulver kaum noch wegzudenken. Die Eigenschaften sprechen für sich:

  • Reguliert Säure, wirkt basisch
  • Ist antibakteriell
  • Neutralisiert Gerüche
  • Biologisch abbaubar

Es folgt ein kleiner Überblick, in welchen Alltagssituationen Dich die Anschaffung von Speisenatron bereichert. Die Anwendungsgebiete außerhalb der Herstellung von sprudelnden Badekugeln sind immens.

Lebensmittel: Mach Dich locker

Wie bereits erwähnt, ist Natron Bestandteil von Backpulver. Es macht den Teig fluffig und locker. Und das stimmt: Als wir letztens Apfel-Pfannkuchen gebacken haben, ist genau das passiert. Wenige Messerspitzen Backnatron reichten aus und die Pfannkuchen waren locker-vom-Hocker.

Und was ist für diesen Effekt verantwortlich? Durch die Neutralisierung von Säure setzt Natron Kohlendioxid frei. Anscheinend soll dieses Ergebnis ebenfalls beim Eiweißschlagen auftauchen. Und Eier lassen sich, durch die Zugabe von einem Teelöffel Natriumhydrogencarbonat ins Wasser, besser schälen.

Dass dieses Pulver für prickelnde Momente sorgt, bestätigt der Einsatz im Brausepulver. In Verbindung mit der Säure und dem Speichel kommt es zu diesem sprudelnden Effekt. Diesem bedienen sich übrigens auch unsere Badekugel-Rezepten.

Haushaltsgenie: Preiswert, effektiv und umweltschonend

Putzen kann sehr zeitintensiv werden und man möchte das eigentlich schnell hinter sich bringen. Aber was muss, das muss. So greifen wir oft intuitiv zu den Chemiekeulen aus der Werbung. In der Hoffnung, dass damit alles schneller und länger glänzt. Doch diese Produkte sind um einiges teurer und an den Schaden der Umwelt ist lieber erst gar nicht zu denken. Eines ist sicher: Das Wissen über Natron und Soda wird Dein Denken in dieser Hinsicht revolutionieren. Es ist wirklich unfassbar, was Speisenatron im Haushalt alles kann. Die Anwendungsgebiete sind so zahlreich, dass wir hier nicht alle aufzählen. Daher listen wir wenigstens ein paar auf, um Dir die Bandbreite zu verdeutlichen. Wenn Du die Schlagworte in Zusammenhang mit Natron in die Suchmaschine eingibst, findest Du gleich eine Vielzahl an konkreten Umsetzungsvorschlägen:

  • Allzweckreiniger
  • Kalkentferner
  • Backofenreiniger
  • Polstermöbel reinigen
  • Verstopfter Abfluss
  • WC Reiniger
  • Neutralisiert Gerüche (Abfluss, Schneidebrett, Wohnung…)
  • Tee- und Kaffeefleckenreiniger
  • Waschpulver
  • und viele mehr.

Das schöne an all diesen Anwendungstipps ist, dass die Zusammensetzung der jeweiligen Reiniger & Co. nur wenige weitere Zutaten aus der Natur, wie Essig, benötigt.

Gesundheit & Körperpflege: Was bewirkt Natron im Körper?

Die größte Bedeutung von Backnatron gehört der säureregulierenden Eigenschaft. Dabei wird überschüssige Säure im Körper, beispielsweise im Magen oder den Muskeln, gebunden und das Gleichgewicht von Säure und Base wiederhergestellt. Es wirkt von Innen und Außen. Daher kann das weiße Pulver oral oder über die Haut in den Körper gelangen. Beide Wege zielen auf die basische Wirkung ab, beinhalten jedoch unterschiedliche Anliegen.

Auch für die Gesundheit ist Speisenatron ein beliebtes Hausmittel bei Sodbrennen, Infektionen und Muskelkater, da es auf Säure neutralisierend wirkt. Hierzu 1-1,5 TL Speisenatron in einem Glas Wasser auflösen und trinken. Die Magensäure wird reguliert beziehungsweise der Säuregehalt der Muskeln wieder ausgeglichen.

Dank der basischen und antibakteriellen Eigenschaft, erfreut sich das Pulver auch in der Körperpflege und Kosmetik großer Beliebtheit. Sind die Beine schwer, bringen ein paar gehäufte Esslöffel Natron im Badewasser diese wieder in Schwung. Oder als 1:1-Gemisch mit Wasser sorgt es als Peeling-Paste und Gesichtsmaske für eine reinere und bakterienfreie Haut. Für unsere Badekugeln verwenden wir dieses Natron NortemBio.

Hat Dir unsere Zusammenfassung gefallen? Jetzt kannst Du bei der nächsten Unterhaltung über ein wenig fachsimpeln ;-)

Stand: 29.09.2019

Quellen:

  • https://www.smarticular.net/anwendungen-fuer-natron-das-wundermittel-fuer-kueche-haus-garten-und-schoenheit/
  • https://www.wundermittel-natron.info/
  • https://diacleanshop.com/natron/85-anwendungen/
  • https://utopia.de/ratgeber/natron-als-hausmittel-vielseitig-und-oekologisch/
  • https://www.solvay.de/de/standorte/rheinberg/wissenswertes/So-ensteht-Soda.html
  • https://www.merkur.de/leben/wohnen/hausmittel-natron-tipps-tricks-wofuer-sich-anwenden-laesst-zr-9944413.html
  • https://www.tb-guide.de/ratgeber/gesundheit/wunderwaffe-natron-segen-oder-umweltzerstoerer